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„Und das bei Leuten, die eigentlich helfen müssten.“* Ein Gespräch über Antiziganismus, Antisemitismus und Soziale Arbeit

26.04.2024 / 19:00 20:30 Uhr

Gäste: Prof. Dr. Friederike Lorenz-Sinai (Professorin für Methoden der Sozialen Arbeit und Sozialarbeitsforschung) und Prof. Dr. Wolfram Stender (Professor für Soziologie, Abteilung soziale Arbeit)

Moderation: Dr. Pavel Brunssen (Gesellschaft für Antiziganismusforschung)

Soziale Arbeit hat den Zweck, Prävention und Lösungen für soziale Probleme anzubieten. Als Teil gesellschaftlicher Sozialpolitik soll sie dazu beitragen, die Chancengleichheit benachteiligter und ausgegrenzter Gruppen in der Gesellschaft zu erhöhen und einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit und dem Abbau von Diskriminierung zu leisten. Doch Soziale Arbeit ist auch immer wieder selbst mit dem Vorwurf konfrontiert, Ungleichheitsverhältnisse zu reproduzieren, anstatt diesen entgegenzuwirken. Ein erschwerter Zugang zu gesetzlichen Dienstleistungen für Angehörige von Minderheiten, die Diskriminierung gegenüber Hilfesuchenden und die Missachtung struktureller Benachteiligung durch Ämter verweisen auf grundsätzliche Probleme.

Gleichzeitig bestehen in der Sozialen Arbeit durchaus Ansatzpunkte für einen antiziganismus- und antisemitismuskritischen Umgang mit Klient*innen sowie für Prävention und Abbau von Diskriminierung. Zudem hat sich in den letzten Jahren ein Netz von Melde- und Beratungsstellen sowie Bildungseinrichtungen entwickelt, die die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Antiziganismus im Rahmen ihrer Arbeit ernst nehmen und reflektieren.

In der Veranstaltung soll ein vergleichender Blick auf den Umgang der Sozialen Arbeit mit Antiziganismus sowie Antisemitismus geworfen werden. Dabei werden sowohl Defizite als auch Chancen im Umgang mit diesen Ideologien der Ungleichheit diskutiert. Welche Erfahrungen teilen die Betroffenen von Antiziganismus und Antisemitismus und inwiefern unterscheiden sie sich? Wie wird Antiziganismus und Antisemitismus in der Sozialen Arbeit theoretisch und praktisch begegnet? Und was muss sich ändern?

Bei der Podiumsdiskussion handelt es sich um den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe vom Bildungsforum Antiziganismus und dem Bundesverband RIAS. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

*Das Zitat von Natalie Reinhardt stammt aus einem Gespräch über Soziale Arbeit zwischen Paternalismus und Partizipation, https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gesellschaft/expertin-sozialarbeit-oft-geleitet-von-vorurteilen-zu-sinti-und-roma

Veranstalter

Eine Kooperation des Bundesverbands RIAS e.V., des Bildungsforums gegen Antiziganis-mus und der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V.

Veranstaltungsort

Bildungsforum gegen Antiziganismus

Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin